II.BERLINER MUSIK-FILM-MARATHON 10.-24. April 2012

Sonntag 15. April 2012                                                                    12.30 Uhr

 

Lecture / Dr. Albrecht Dümling

 

AKUSTISCHE ILLUSTRATION ODER DRAMATURGISCHER KONTRAPUNKT?
ZU DEN FILMMUSIK-IDEEN VON BRECHT, EISLER UND EISENSTEIN.

 

Bei der Musikbegleitung von Stummfilmen strebte man eine möglichst genaue Übereinstimmung mit dem Bild an. Der Tonfilm bot die technischen Möglichkeiten, diese Synchronität noch zu perfektionieren. Avantgarde-Künstler wie Brecht, Eisler und Eisenstein stellten dem Prinzip der akustischen Illustration jedoch schon früh die Verwendung von Musik als dramaturgischen Kontrapunkt entgegen.


Eintritt frei

 

Sonntag 15. April 2012                                                                    18.00 Uhr

 

NUOVA CONSONANZA. KOMPONISTEN IMPROVISIEREN IM KOLLEKTIV  (BRD 1967)  Buch, Regie: Theo Gallehr

Kamera: Niels Peter Mahlau
Ton: Klaus R. Uhlmann
Schnitt: Rosemarie Quast
Produktionsleitung: Rudolf Rosthof
Produktion: Hansjörg Pauli  

Mit: Mario Bertoncini (percussion, prepared fortepiano), Walter Branchi (bass), Franco Evangelisti (piano), John Heineman (trombone, cello), Roland Kayn (hammond organ, vibes, marimbaphone), Ennio Morricone (trumpet), Ivan Vandor (tenor sax), Frederic Rzewski (Interview)
47 min., Beta SP

 

Aufgenommen am 20.03.1967 in der Galleria Nazionale d´Arte Moderna in Rom anläßlich von Konzertproben.

Franco Evangelisti: "Improvisation wird langfristig die Komposition ablösen. Wozu ein Komponist zwei Jahre braucht, schaffen qualifizierte Improvisateure in sieben Minuten." Frederic Rzewski: "Improvisation kann nie mehr sein als das erste Stadium der Komposition." 

Ivan Vandor: "Wo sind die Frauen? Mir fehlen die Frauen."                                   Video                                              

 

Sonntag 15. April 2012                                                                    20.00 Uhr

 

OSKAR SALA. EIN ALCHEMIST DER ELEKTRONISCHEN MUSIK (BRD 1988)
Regie: Theo Janßen
Produktion: NDR

45 min., Beta SP

 

Auf Oskar Sala bin ich Mitte der 1980er aufmerksam geworden, durch einen Text mit vielen Bilddokumenten und Fotografien über die Geschichte elektroakustischer Instrumente, über deren Erfinder und ihre Obsessionen.* Und es war eben auch zu lesen, dass es da noch jemanden gibt aus der Pionierzeit synthetischer Klangerzeugung, in Berlin lebend und immer noch ‚praktizierend’ - auf seinem ‚Mixtur-Trautonium’. Einen ersten Kontakt bzw. Dreh hatte ich dann mit Sala 1986 für einen Film über „Synthesizer“, zwei Jahre später konnte ich ein Portrait über ihn drehen für die Kulturredaktion des NDR. Eine Woche lang begleiteten wir ihn täglich in sein Charlottenburger Studio, wo dieses phantastische Mixtur-Trautonium stand, ein Schneidetisch und alles, was er für die Vertonung von Filmen so brauchte. In eben dieser Zeit wurde auch Hitchcocks „ Die Vögel“ ausgestrahlt. So konnten wir Oskar Sala vorm Fernseher zeigen, seine Arbeit an diesem Film kommentierend. (Theo Janßen)

 

* Ausstellungskatalog ‚Für Augen und Ohren’, Akademie der Künste,  Berlin 1980

 

In Anwesenheit von Theo Janßen