II.BERLINER MUSIK-FILM-MARATHON 10.-24. April 2012
 

      

    

 

 Albrecht Dümling   Musikwissenschaftler und -kritiker

                             Arbeitsschwerpunkt: Musik- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts

 

Geb. 1949 in Wuppertal, lebt als Musikwissenschaftler und -kritiker in Berlin. Nach dem Studium von Kirchen- und Schulmusik, Musikwissenschaft, Germanistik und Publizistik in Essen, Wien und Berlin promovierte er 1978 bei Carl Dahlhaus mit einer interdisziplinären Arbeit über Arnold Schönberg und Stefan George.
1985 legte er das erste umfassende Buch über Bertolt Brechts Zusammenarbeit mit Komponisten vor (Laßt euch nicht verführen. Brecht und die Musik). Seine jüngste Buchpublikation widmet sich dem Exil deutschsprachiger Musiker in Australien (Die verschwundenen Musiker).

1978-98 Musikkritiker des Berliner Tagesspiegel, seit 1999 der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Neuen Musikzeitung. Regelmäßiger Mitarbeiter weiterer Print- und Funkmedien im In- und Ausland.

1994 Mitbegründer der Internationalen Hanns Eisler Gesellschaft, deren Vorstand er angehört. Initiator zahlreicher Veranstaltungen zum Eisler-Jahr 1998 (u.a. Berlin, Los Angeles, Sao Paulo). Verantwortlicher Redakteur der Eisler-Mitteilungen.

Er ist Autor der Ausstellung ”Entartete Musik. Eine kommentierte Rekonstruktion” (Düsseldorf 1938/1988), die weltweit in bisher über 50 Städte reiste. 1989/90 wurde er als Getty Scholar nach Santa Monica (USA) eingeladen, wo er u.a. in Verbindung mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra eine amerikanische Version der Ausstellung betreute. Ergänzend entstand die CD-Edition “Entartete Musik” (Decca/London), die er wissenschaftlich beriet. 2007 entstanden Neufassungen der Ausstellung in spanischer und deutscher Sprache (Sevilla sowie Berlin/Düsseldorf).

1990-97 sowie ab 2002 erneut Vorsitzender des Fördervereins musica reanimata, der sich für NS-verfolgte Komponisten und ihre Werke einsetzt und 2006 mit dem Kritikerpreis für Musik ausgezeichnet wurde. Er unternahm Forschungs- und Vortragsreisen zum Thema Musiker-Exil und ist Honorary Research Associate der Royal Holloway University London und Honorary Research Fellow am Centre for Ideas des Victorian College of the Arts Melbourne, Herausgeber der Buchreihe “Verdrängte Musik” (Pfau-Verlag, Saarbrücken), außerdem Kuratoriumsmitglied der Gotthard-Schierse-Stiftung sowie Mitglied im Advisory Board des International Centre for Suppressed Music.

2000-2004 führte er am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin sowie an der National Library of Australia in Canberra ein Projekt zum deutschsprachigen Musiker-Exil in Australien durch.

Für seine Aktivitäten zur Wiederentdeckung NS-verfolgter Musiker erhielt er 2007 den erstmals verliehenen Europäischen Kulturpreis KAIROS.

 

 

Sonntag 15. April 2012            Lecture                                                  12.30 Uhr 

 

AKUSTISCHE ILLUSTRATION ODER DRAMATURGISCHER KONTRAPUNKT?
ZU DEN FILMMUSIK-IDEEN VON BRECHT, EISLER UND EISENSTEIN.

Vortrag von Dr. Albrecht Dümling 

 

Eintritt frei

 

 


 

Vorträge (Auswahl)

 

DEUTSCHLAND: Arnoldshain (Ev. Akademie), Berlin (Akademie der Künste, American Academy, ARD-Hauptstadtstudio, Centrum Judaicum, Deutsches Historisches Museum, Freie Universität, GEMA-Generaldirektion, Hochschule der Künste, Hochschule für Musik „Hanns Eisler“, Hotel Adlon, Jüdisches Gemeindehaus, Jüdisches Museum, Konzerthaus Berlin, Kunstamt Berlin-Tiergarten, Lessing-Hochschule, Literaturforum im Brecht-Haus, Literaturhaus Berlin, Musikbibliothek Steglitz, Musikgymnasium C.P.E. Bach, Philharmonie, Polnisches Kulturinstitut, Schwartz‘sche Villa, Staatliches Institut für Musikforschung, Synagoge Rykestrasse, TU, Wissenschaftskolleg), Caputh (Schloss), Chemnitz (Universität), Dessau (Kurt Weill Fest), Detmold (Musikhochschule), Dresden (Zentrum für zeitgenössische Musik), Duisburg (Universität), Düsseldorf (Kunstsammlung NRW, Tonhalle), Elmau (Schloss), Essen (Folkwang-Hochschule, Kreuzeskirche), Freiburg i. Br. (Katholische Akademie), Freudenberg (Gustav-Heinemann-Akademie), Fulda (Musikschule), Güstrow (Barlach-Museum), Gummersbach (Theodor-Heuss-Akademie), Hamburg (Hamburger öffentliche Bücherhallen, Schauspielhaus, Universität), Hannover (Staatsoper), Heidelberg (Jüdische Gemeinde), Ilmenau (Universität), Kassel (Rathaus, Universität), Köln (Musikhochschule, Sporthochschule), Leipzig (Oper), Ludwigshafen (Ernst-Bloch-Zentrum), Marbach (Deutsches Literaturarchiv), München (Bayerische Akademie der Wissenschaften, Orff-Zentrum), Nürnberg (Germanisches Nationalmuseum), Osnabrück (Städtische Bühnen), Saarbrücken (Musikhochschule), Schwerin (Konservatorium), Stuttgart (Staatsarchiv), Tübingen (Universität), Villingen-Schwenningen (Theater am Ring), Weimar (Schiller-Archiv), Wuppertal (Universität)

 

SCHWEIZ: Aarau, Ascona (Monte Veritá), Basel (Musikakademie, Theater), Bern (Universität), Davos (Musikfestival), Zürich (Konservatorium, Universität)

ÖSTERREICH: Graz (Institut für Wertungsforschung), Wien (Mozarthaus, Österreichische Gesellschaft für Musik, Musikuniversität, Musikverein, Staatsoper)

NIEDERLANDE: Amsterdam (De Ijsbreker), Den Haag (Königl. Konservatorium)

BELGIEN: Brüssel (Theatre de la Monnaie), Tournai

FRANKREICH: Paris (Palais du Luxembourg)

ITALIEN: Cagliari/Sardinien (Festival Spaziomusica), Milano (Scala)

SPANIEN: Barcelona (L’Auditori), Madrid (Residencia de Estudiantes), Sevilla (Universität)

TSCHECHIEN: Prag (Goethe-Institut)

GROSSBRITANNIEN: London (Royal Festival Hall, University of London, Wigmore Hall)

USA: Champaign/Urbana (University of Illinois), Los Angeles (Arnold Schoenberg Institute, Dorothy Chandler Pavilion, UCLA, Villa Aurora), New York (Bard College), Santa Monica/Kalifornien (Getty Center for the History of Art and the Humanities), Stony Brook (University of New York)

KANADA: Toronto (The Royal Conservatory of Ontario)

ISRAEL: Jerusalem (Konrad Adenauer Konferenzzentrum in Mishkenot Shaananim), Tel Aviv (Universität)

BRASILIEN: Brasilia, Belo Horizonte, Curitiba (Goethe-Institut), Sao Paulo (Goethe-Institut)

SÜDAFRIKA: Stellenbosch (Universität), Johannesburg (Goethe-Institut)

AUSTRALIEN: Adelaide (Flinders University), Brisbane (University of Queensland), Canberra (Australian National University ANU, Goethe Society, National Library, School of Music), Melbourne (University of Melbourne, Monash University, Victorian College of the Arts), Sydney (Jewish Museum, Macquarie University, University of New South Wales), Townsville (James Cook University)

 

Themen (Auswahl)

 

Friedrich II, sein Lehrer Quantz und der deutsche Geschmack in der Musik
Johannes Brahms und Gottfried Keller: Annäherung im Lied
Public Loneliness. The Book of the Hanging Gardens by Stefan George and Arnold Schönberg
Musik als Gedicht-Kommentar. Analyse einiger Brecht-Vertonungen
Hearing, Speaking, Singing, Writing: The Meaning of Oral Tradition for Bert Brecht
„Sei du, Gesang, mein freundlich Asyl“ – Hanns Eisler und Friedrich Hölderlin
Meine kleine Nähmaschine. Kurt Tucholsky und das Grammophon

Artur Schnabel und die Freie Volksbühne
Vienne-Berlin 1920-1933: création musicale et montée du nazisme
Erwin Schulhoffs Oper ‚Flammen‘ zwischen Wagner-Tradition und Jazzverwendung
Eisenstein – Brecht – Eisler. Zur Genese früher Tonfilmtheorien aus der Praxis
Die Berliner Musikhochschule 1933. Ein Fallbeispiel
Arisierung der Gefühle. Goebbel’s Kampf um die deutsche Seele
Unter Berufung auf Goethe, Wagner und Hitler. Hans Severus Ziegler und die ideologischen Wurzeln seiner Ausstellung ‚Entartete Musik‘
Werner Egk und das Festspiel ‚Olympische Jugend‘
Der deutsche Michel erwacht. Zur Bruckner-Rezeption im NS-Staat
The political function of the “apolitical”. Musical entertainment in Germany during WW II
Eine Kette von Wundern. Wie der Komponist Siegfried Borris die NS-Zeit überlebte
What is Internal Exile in Music? The Cases of Walter Braunfels, Heinz Tiessen, Eduard Erdmann and Philipp Jarnach
Uncovering Traces: German-speaking refugee musicians in Australia
Schneewittchen in Uniform. Die Musikrevue Sgt. Snowhite 1943 in Melbourne

Henzes 9. Symphonie als Beispiel musikalischer Seghers-Rezeption
Zeitgenössische Chormusik. Eine Situationsbeschreibung
Ernste Musik in der Spaßgesellschaft
Musikkritik und Neue Musik

 

Publikationen (Auswahl)

 

Die Fülle der von 1975 bis heute erschienenen Publikationen ist gewaltig, so, dass wir hier lediglich auf einige der für die Lecture am 15.04. von Dr. Dümling relevanten Titel verweisen. Wir empfehlen: www.duemling.de


2010    Eisler kontrovers, Albrecht Dümling (Hg.): "Hanns Eisler", Stroemfeld Verlag,   

            Frankfurt7m: 2010, 322 Seiten

2009    What is Internal Exile in Music? Online Essay for the OREL Foundation



            Entscheidend ist die Funktion. Hanns Eisler und die Musik. In: Hanns Eisler. Mensch 

            und  Masse. Hgg. von Michael Haas u. Wiebke Krohn im Auftrag des Jüdischen            

            Museums Wien. Wien 2009, S.117-125. 

            Lieber ein verstimmtes Kneipenklavier als ein teurer Konzertflügel. Eisler und                 

            seine Tasteninstrumente. In: Eisler- Mitteilungen 48 (Okt. 2009), S. 11-15.

2008    Auf der Suche nach einer Gegenkultur. Zur Rolle Eislers im Aufbruch von 1968. In:   

            Eisler-Mitteilungen, Heft 46 (Oktober 2008), S. 4-9.

2005    Der Krieg als permanenter Anachronismus. Drei Komponisten um Brecht: Hanns Eisler,  

            Kurt Weill und Paul Dessau.

            In: H. Lück u. D. Senghaas (Hg.), Vom hörbaren Frieden. Frankfurt/M. 2005, S. 126-146.

2002    Model for critical variation and change – Brecht and Music. In: Nadia Valavani (Hg.),   

            Bertolt Brecht – Critical Approaches. Athen 2002, S. 313-340 (in griech. Sprache).

            Hanns Eisler: Die Rundköpfe und die Spitzköpfe. Bühnenmusik zu dem Stück von Bertolt

            Brecht. Hgg. von Thomas Ahrend und Albrecht Dümling. Wiesbaden: Breitkopf &  Härtel             (Hanns Eisler Gesamtausgabe, Serie V, Band 3)

2001    Artikel „Die Mutter“ und „Die Rundköpfe und die Spitzköpfe“. In: Jan Knopf (Hg.),  

            Brecht Handbuch. Band 1: Stücke. Stuttgart, Weimar 2001. 

            Artikel “Surabaya-Johnny”, “Solidaritätslied”, “Und was bekam des Soldaten Weib?”,  

            “Die Hollywoodelegien”. In: Jan Knopf (Hg.), Brecht Handbuch. Band 2: Gedichte.  

            Stuttgart, Weimar 2001.

          Artikel “Bertolt Brecht” In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG). Zweite,  

            neubearbeitete Ausgabe, hg. von Ludwig Finscher. Personenteil Bd. 3, Kassel 2000, S.  

            793-798.

2000    Eisler/Brecht oder Brecht/Eisler? Perspektiven, Formen und Grenzen ihrer  

            Zusammenarbeit. In: Albrecht Riethmüller (Hg.), Brecht und seine Komponisten,   

            (Spektrum der Musik. Hg. von A. Riethmüller. Bd.6), S. 93-110.

            Zeitgenössische Musik im Dritten Reich. Die Beiträge Hanns Eislers und Theodor W.   

            Adornos zur Konferenz „Music in Contemporary Life“ (Los Angeles 1944). In: 

            Constantin Floros, Friedrich Geiger, Thomas Schäfer (Hg.): Komposition als     

            Kommunikation. Zur Musik des 20. Jahrhunderts, Frankfurt/M. 2000, S. 155-164. 1999

1999    „Eine längere Symbiose, und nicht nur ein Caféhausmeeting“. Hanns Eisler und Ernst 

            Bloch. In: VorSchein. Blätter der Ernst-Bloch-Assoziation, Mai 1999, Nr. 17, S.38-58. 

            Bericht über das 1. Internationale Hanns Eisler Kolloquium.

            In: Die Musikforschung, 5. Jgg. 1999, Heft 3, S. 339.

            Zur Arbeit von musica reanimata. Förderverein zur Wiederentdeckung NS-verfolgter    

            Komponisten und ihrer Werke. In: Frank Geißler u. Marion Demuth (Hg.) Musik Macht  

            Mißbrauch. Kolloquium des Dresdner Zentrums für zeitgenössische Musik 1995, 

            Altenburg 1999, S. 47-53.

1998    (Hg., mit David Culbert) Special Issue: Hanns Eisler and Film Music. Historical Journal of 

             Film, Radio and Television, Vol. 18, Number 4, Oktober 1998.

             Hanns Eisler und die Literatur. In: Dreigroschenheft 3/1998, S. 29-33. Auch in span. 

             Sprache: Hanns Eisler y la Literatura. In: Scherzo. Revista de Musica (Madrid),

             No. 127 (Sept.. 1998), S. 96-98. Auch in span. Sprache: Hanns Eisler y la Literatura. 

             In: Scherzo. Revista de Musica (Madrid), 13. Jg., No. 127 (Sept.. 1998), S. 96-98

1995     Film und Musik: Die richtige Konstellation. In: Wolfgang Jacobsen, Hans Helmut 

             Prinzler u. Werner Sudendorf (Hg.), Kino – Movie – Cinema 100 Jahre Film. 24 Bilder 

             einer Ausstellung, Berlin 1995, S. 112-119.

 

www.duemling.de