II.BERLINER MUSIK-FILM-MARATHON 10.-24. April 2012
   

 

Alfred Hitchcock

 

Geb. 13. August 1899 in London als drittes Kind eines Gemüse- und Geflügelhändlers; gest. 29. April 1980 in Los Angeles.

Belegt mit 13 Jahren Abendkurse an der Londoner Universität. Von 1915-1920 Büroangestellter bei der Henley Telegraph & Cable Company. 1919 Veröffentlichung der Kurzgeschichte „Gas“ in der werkseigenen Zeitung. 1922 Mitarbeit an Filmen von Hollywoodregisseuren, die im Londoner Studio von Famous Players-Lasky (später: Paramount) arbeiten. Nach Übernahme des Studios durch Michael Balcon u.a. wird er Regieassistent von Graham Cutts. 1924 gründet Michael Balcon die Firma Gainsborough Pictures.

Von 1925-26 arbeitet Hitchcock als Regisseur für Gainsborough in München.

 

Für Universal drehte Hitchock 1963 THE BIRDS – heute ein Klassiker des Horrorfilms. Die Klangeffekte entwickelte Oskar Sala. Einen Monat hielt sich Hitchock in Berlin auf, um mit Sala in dessen Studio zu arbeiten.


In Alfred Hitchcocks THE BIRDS lebt die Musik wesentlich von ihrer semantischen Qualität; die Anspielung auf natürliche Klänge und ihre Verfremdung bilden ihre Kernidee. Dank der Musik von Remi Gassmann, Oskar Sala und Bernard Herrmann kann der Film auch in filmkompositorischer Hinsicht als Meilenstein gelten. Denn was dort bei unachtsamem Hinhören als naturalistische Nachahmung von Vogellauten erscheinen mag, stellt sich bei genauerem Horchen als etwas ganz anderes dar. Hitchcock geht in THE BIRDS äußerst sparsam mit Musik um, aber wo sie auftritt, unterstreicht sie umso wirksamer das Geschehen. Der Regisseur hat den Einsatz von Musik in diesem Film sehr viel genauer noch vorgeschrieben, als er es für andere Filme tat; auch der Einsatz von Stille ist exakt geplant. Insbesondere legte Hitchcock fest, welche Klänge natürlichen, welche elektronischen Ursprungs sein sollten.

Offenbar erreiche Hitchcock gerade rechtzeitig ein Brief des in West-Berlin lebenden Remi Gassmann, den dieser auf Anregung des mit Hitchcock gut bekannten Saul Bass am 18. April 1962 verfasst hatte. Darin machte Gassmann Hitchcock mit dem Trautonium bekannt; der Regisseur reiste daraufhin gemeinsam mit Bernard Herrmann nach Berlin. (…) Es war Hitchcocks Absicht, dass die Filmzuscahuer mittels der Geräusche regelrecht selbst angegriffen würden.“


Zit. n.: Frank Hentschel. Töne der Angst. Die Musik im Horrorfilm, Verlag Bertz + Fischer, Berlin 2011,

S. 74 f

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