II.BERLINER MUSIK-FILM-MARATHON 10.-24. April 2012
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Nuova Consonanza

 

 

 

Ennio Morricone  Trompeter, Komponist, Dirigent

                               Pseudonyme: Dan Savio, Leo Nichols

 

Geb. 10.11.1928 in Trastevere, Rom.

In mehr als vierzig Jahren künstlerischen Schaffens schrieb Morricone weit über 500 Filmmusiken und arbeitete dabei mit namhaften italienischen und internationalen Regisseuren zusammen.

Er dirigierte eine große Anzahl internationaler Spitzenorchester und spielte zahlreiche seiner Werke und Filmmusiken mit dem Roma Sinfonietta Orchestra ein. Mit diesem Ensemble gab Morricone am 2. Februar 2007 auch ein Ehrenkonzert zum Amtsantritt des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon. Weltweit wurden bisher mehr als 50 Millionen Tonträger mit der Musik Morricones verkauft.

 

Erste Kompositionsversuche im Alter von sechs Jahren. Mit zehn Jahren Aufnahme in die Trompetenklasse von Umberto Semproni am Konservatorium Santa Cecilia. Mit 15 Jahren Unterricht in Harmonielehre bei Roberto Caggiano. Kompositionsstudium bei Carlo Giorgio Garofalo, Antonio Ferdinandi und Goffredo Petrassi. 1946 Diplom als Trompeter, 1952 Diplom

in Instrumentierung und Orchestrierung, 1954 Diplom in Komposition.

„Neben der traditionellen Konservatoriumsausbildung macht Morricone intensive Erfahrungen im Bereich der Unterhaltungsmusik, indem er neben seinem Vater in verschiedenen Tanzkapellen spielt und auf diese Weise zum Unterhalt der Familie beiträgt“

(Christiane Hausmann: Zwischen Avantgarde und Kommerz. Die Kompositionen Ennio Morricones, Wolke Verlag, Hofheim 2008).

Erste Engagements als Theaterkomponist, Zusammenarbeit mit den Unterhaltungsorchestern der RAI und Tätigkeit als Arrangeur, darunter für Milva, Charles Aznavour, Ornella Vanoni,

Chet Baker. 

Seit Mitte der 50er Jahre entstehen Kammermusiken für Solisten (Gitarre, Klavier, Violine, Cello) und andere Formationen (Trio, Quintett, Sextett, Piano und Instrumente, Gesang und Instrumente, Chöre, etc.) sowie Kantaten: in dieser Zeit auch erste Bearbeitungen (von Werken anderer) für den Film.

1961 komponiert Morricone mit ´Il federale´ (Regie: Luciano Salce) seine erste eigene Filmmusik. 1964 beginnt seine Zusammenarbeit mit Sergio Leone (die beiden besuchten dieselbe Schulklasse). In der Folge entstehen Filmkompositionen für Bernardo Bertolucci, Pier Paolo Pasolini, Gillo Pontecorvo, Lina Wertmuller, Giuseppe Tornatore, Brian De Palma, Roman Polanski, Warren Beatty, Oliver Stone, Margarethe von Trotta, Henry Verneuil, Pedro Almodovar u.v.a. Jährlich vertont er in der Regel etwa 15 Filme.

Von 1964 bis in die 70er Jahre hinein ist er Mitglied der von Franco Evangelisti initiierten ´Gruppo di Improvvizatione Nuova Consonanza´. Ab 1972 arbeitet er mit dem römischen R 7 (Studio für elektronische Musik) zusammen, das seit 1967 besteht. Zusammen mit den Komponisten Paola Bernardi, Egisto Macchi und Carlo Marinelli gründet er 1984 in Rom das I.R.T.E.M (Istituto di Ricerca del teatro Musicale) eine Forschungsstätte für Musiktheater. Ab 1991 leitet er gemeinsam mit Sergio Miceli die Kurse für Filmmusik an der Accademia Chigiana in Siena. Ennio Morricone ist seit vielen Jahren Mitglied der European Film Academy, Berlin, die ihm 1999 den Europäischen Filmpreis für sein Lebenswerk verleiht.

Anläßlich seines 75. Geburtstages wird er 2003 zum Ehrensenator der Hochschule für Musik und Theater in München ernannt.

Für sein Filmmusiken, Konzertwerke und Platteneinspielungen erhielt er eine Fülle internationaler Preise und Auszeichnungen.

Bis zum heutigen Tag ist Morricone zu Aufführungen seiner Werke, die er meist selbst dirigiert, weltweit auf Tournee. 2011 gastierte er u.a. in Moskau, Seoul, Santiago de Chile und Prag.

 

1967  NUOVA CONSONANZA. KOMPONISTEN IMPROVISIEREN IM KOLLEKTIV

        Ein Film von Theo Gallehr

 

Literatur

 

Peter Moormann (Hrsg.): Klassiker der Filmmusik, Reclam Verlag, Ditzingen 2009 

Christiane Hausmann: Zwischen Avantgarde und Kommerz. Die Kompositionen Ennio Morricones, sinefonia 8, Hg. Claus-Steffen Mahnkopf und Johannes Menke, Wolke Verlag, Hofheim 2008

Toni Hildebrandt: Ennio Morricone und Giuseppe Tornatore. Die Musik, das Kino, Grin Verlag, Regensburg 2007