II.BERLINER MUSIK-FILM-MARATHON 10.-24. April 2012
  

Foto: Thomas Schneid

 

   

 

 

Folkmar Hein  Dipl. Ing., Leiter emeritus des Elektronischen Studios der TU Berlin


Geb. 1944, leitete von 1974-2009 das elektronische Studio der Technischen Universität Berlin. Während seiner Tätigkeit als Studioleiter entstanden im Rahmen von Lehre, Forschung und Produktion über 480 Werke von Gastkünstler/-innen aus dem In- und Ausland. 1982 gründete Folkmar Hein in Zusammenarbeit mit dem DAAD / Berliner Künstlerprogramm des DAAD (Ingrid Beirer) das Festival „Inventionen“, das 18 Jahren lang wegweisende Programme entwickelte. 1985 startete Folkmar Hein die wöchentliche Reihe „ Elektroakustische Musik Hören“, die bis heute im TU-Studio fortgesetzt wird. Über 40 Semester lang sind Dutzende von Veranstaltungen abgehalten worden, und das Beste: Niemand wurde dafür bezahlt, Eintritt frei. Auch weiterhin wird in EMH das aufgegriffen,

was an EM-interessantem in der Stadt vor sich geht.Die Mediathek des Studios mit 10 000 Titeln, von Folkmar Hein angelegt, ist ein Schatz, dessen kultureller Wert kaum zu ermessen ist; EMH wird immer mithelfen, dass dieser Schatz zugänglich gemacht wird und sein Wert demjenigen zugute kommt, der es auch braucht: Dem Publikum.

Das Publikum von EMH sollte übrigens nicht nur ein Kreis von Spezialisten sein. Die Elektroakustische Musik ist für jedermann da, auch für Neulinge jedweden Alters, für Nichtstudierte, für jeden, der etwas wirklich neues hören möchte. Ohren auf: Hier spielt die Musik der Zukunft!“ (www.ak.tu-berlin.de)
Von 1991 bis 1997 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Elektroakustische Musik (DEGEM).

2010 wurde ihm der Ehrenpreis des Deutschen Klangkunstpreises verliehen. .


 

Aus der Begründung

 

Folkmar Hein leitete von 1974 bis 2009 das Elektronische Studio der Technischen Universität von Berlin. Seinem unermüdlichen Engagement verdankt dieses Studio seinen internationalen Ruf als Ort der Lehre und der Produktion. Einer der Schwerpunkte war von Anfang an, auch als dieser künstlerische Bereich noch kaum bekannt war, die Klangkunst. Zahllose Komponisten und Klangkünstler aus aller Welt hatten hier die Möglichkeit, unter fachmännischer Betreuung ihre oft mehrkanaligen Arbeiten zu realisieren und auszutesten. Die oft noch heute bestehende Unterscheidung zwischen Klangkunst und Komposition war im TU-Studio kein Thema, und aus diesem Grund entstanden auch Klanginstallationen von Komponisten, die sich diesem Bereich vorher eher selten gewidmet hatten. Das vom DAAD 1982 zusammen mit dem TU Studio gegründete Festival "Inventionen", das jährlich stattfindet, gab den Klangkünstlern auch die Plattform, neue und ungewöhnliche Experimente umsetzen zu können und einem größeren Publikum erfahrbar zu machen. Die von Folkmar Hein 1985 gegründete Reihe EM-Hören, die während des Semesters jeden Donnerstagabend stattfand (und auch heute noch fortgeführt wird), wurde bald

zum wichtigen Treffpunkt von Komponisten und Klangkünstlern, die dort ihre Arbeiten vorstellten und darüber diskutierten. Neben all seinen Tätigkeiten hat Folkmar Hein auch noch eine umfassende öffentlich zugängliche Audiothek der zeitgenössischen Musik und Klangkunst eingerichtet und das Elektronische Studio der TU zu einem der wichtigen Treffpunkt für Klangkünstler gemacht.


Das Elektronische Studio der TU Berlin widmet sich der Produktion und Aufführung von elektroakustischer Musik

und Klangkunst, ihrer Erforschung, Dokumentation und Vermittlung. 1953 gegründet, kooperiert das Studio in der Ausbildung von Tonmeistern und Komponisten mit der Universität der Künste (UdK) und mit dem Berliner Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Die Edgard-Varèse-Gastprofessur

des DAAD bringt seit 2000 jedes Semester wechselnde internationale Experten für Computermusik und Medienkunst ans Studio.

Das Elektronische Studio der TU verfügt über einen Studioraum mit 12-kanaliger Wiedergabeanlage sowie einen weiteren Raum mit 8-kanaligem System und Wellenfeldsynthese (mehr zur Ausstattung hier). Es betreut außerdem den Saal WellenFeld H 104 im Hauptgebäude, der mit der weltweit größten Wellenfeldsynthese-Anlage ausgestattet ist. Das Studio betreibt die Internationale Dokumentation Elektroakustischer Musik und unterhält eine Tonträgersammlung (Audiothek), ein Archiv und eine Handbibliothek.


 

Donnerstag 19. April 2012                                                                                                            20.00 Uhr

 

TONBANDMASCHINE. ELEKTRONISCHE MUSIK IN DEUTSCHLAND (D 2011)
Ein Film des Studios für Elektronische Musik der HFMT Köln und der Kunsthochschule für Medien Köln

Künstlerische Leitung: Elmar Fasshauer (Kunsthochschule für Medien Köln) und

Prof. Michael Beil (Studio für Elektronische Musik der HFMT Köln)

Mit: Volker Müller (WDR-Studio für Elektronische Musik),

Folkmar Hein (Leiter a.D., Elektronisches Studio  der TU Berlin),

Andre Bartetzki (Leiter, Elektronisches Studio der TU Berlin),

André Richard (Leiter a.D., Experimentalstudio des SWR Freiburg),

Detlef Heusinger  (Leiter, Experimentalstudio des SWR Freiburg),

Ludger Brümmer (ZKM, Institut für Musik und Akustik)
102 min., HDV Dolby Digital 2/0, Stereo und Dolby Digital 3/2.0-Quadrophon

 

Diskussion mit Folkmar Hein


 

Publikationen (u.a.)

 

Folkmar Hein / Thomas Seelig: Internationale Dokumentation elektroakustischer Musik, Pfau Verlag, Saarbrücken 1996