II.BERLINER MUSIK-FILM-MARATHON 10.-24. April 2012
       

 

Ivan Vandor  Komponist, Tenor- & Sopransaxophonist, Pianist, Autor

 

Geb. 13. 10. 1932 in Pecs, Ungarn. 1938 ließ sich die Familie in Italien nieder. Erster Geigenunterricht im Alter von sechs Jahren; mit acht Klavier und Komposition. Bereits als Teenager trat er als Profimusiker auf und gehörte in jener Zeit bald zu den populärsten Jazzsaxophonisten (New Orleans etc.) Italiens. Er setzte bei Guido Turchi sein Kompositionsstudium fort und wechselte später zu Goffredo Petrassi ans Konservatorium Santa Cecilia in Rom. Nach Abschluss des Studiums 1959 ging er nach Paris, wo er bei Max Deutsch, einem Schönberg-Schüler, studierte. Nach Rom zurückgekehrt, belegte er Kompositionskurse bei Goffredo Petrassi und machte 1962 sein Diplom. Im selben Jahr gewann er mit einem Streichquartett den 1. Preis in der Sparte Kammermusik beim Internationalen Wettbewerb der italienischen Gesellschaft für zeitgenössische Musik (SIMC) – die erste von zahlreichen weiteren internationalen Auszeichnungen. Er war Mitglied der Gruppo di Improvvisazione Nuova Consonanza und Musica Elettronica Viva (MEV).

1967 dreht der deutsche Filmemacher Theo Gallehr in Rom im Auftrag des NDR den Dokumentarfilm NUOVA CONSONANZA - KOMPONISTEN IMPROVISEREN IM KOLLEKTIV mit Ivan Vandor (tenor sax), Franco Evangelisti (piano), Ennio Morricone (trumpet), Mario Bertoncini (percussion, prepared fortepiano), Roland Kayn (Hammond organ, vibraphone, marimbaphone), John Heineman (trombone, cello) Walter Branchi (double bass) und Frederic Rzewski. Gedreht wurde der Film am 20. März 1967 in der Galleria Nazionale d´Arte Moderna anläßlich von Konzertproben. "Il Gruppo was a brilliant and prolific composer´s collective exploring extended techniques and new sound sources through the medium of improvisation. Although very much a product of its time, their music remains timeless. They were instrumental in founding a radical tradition of western musical improvisation that owed little or nothing to anybody and created some of the strangest music ever made. They were utterly unique"

(John Zorn). 

In den Jahren 1962 bis 1984 vertonte Ivan Vandor selbst zahlreiche Dokumentar- und Spielfilme, darunter Beruf: Reporter von Michelangelo Antonioni.

1969, nach seinem Umzug in die USA, erhielt er den Taormina Preis für seine Komposition für Orchester, Dance Music.

1970, nach Abschluss seines Studiums der Musikethnologie an der University of California in Los Angeles erforschte er in den Klostergemeinschaften Nepals und Nordindiens die Musik tibetanischer Buddhisten. Die Ergebnisse dieser Forschungen veröffentlichte er in dem Buch ´La Musique du Bouddhisme Tibétain´, erschienen 1976 bei Buchet/Chastel in Paris. Die deutsche Übersetzung erschien 1978 im Heinrichshofen Verlag.

Von 1974-1983 war er stellvertretender Leiter des von Alain Daniélou gegründeten Instituts für vergleichenden Musikwissenschaften in Berlin. 1983 kehrte er nach Italien zurück, lehrte Komposition am Musikkonservatorium in Bologna und später am Konservatorium Santa Cecilia in Rom. Im selben Jahr noch übernahm er die Leitung der Scuola Interculturale di Musica in Venedig.

Er publizierte zahlreiche Artikel, war Vizepräsident der italienischen Gesellschaft für Musikethnologie und Gastprofessor an der University of Michigan in Ann Arbor. Er war an zahlreichen Konferenzen und Seminaren beteiligt und Mitglied internationaler Jurys, darunter auch für den Kyoto Preis. Seine Kompositionen wurden auf zahlreichen Festivals und Konzertreihen aufgeführt und von nationalen und internationalen Radiosendern ausgestrahlt. Seine Werke verlegen BMG Ariola, Edipan, Edizioni Suvini-Zerboni, Ricordi und Schott Music.

Er lebt und arbeitet in Rom.

 

 

Sonntag 15. April 2012                                                                                           18.00 Uhr

 

NUOVA CONSONANZA. KOMPONISTEN IMPROVISIEREN IM KOLLEKTIV (BRD 1967) 

Buch, Regie: Theo Gallehr

Schnitt: Rosemarie Quast
Mit: Mario Bertoncini (percussion, prepared fortepiano), Walter Branchi (bass), Franco Evangelisti (piano), John Heineman (trombone, cello), Roland Kayn (hammond organ, vibes, marimbaphone), Ennio Morricone (trumpet), Ivan Vandor (tenor sax), Frederic Rzewski (Interview)
47 min., Beta SP

 


 

Filmscores

 

1984I cani di Gerusalemme / Les chiens de Jérusalem (Regie: Fabio Carpi) TV-Serie
1977Una spirale di nebbia / A Spiral Of Mist (Regie: Eriprando Visconti)
1975Beruf: Reporter (Regie: Michelangelo Antonioni)
1970Diario di una schizofrenica / Diary of a Schizophrenic Girl (Regie: Nelo Risi)
1968Seduto alla sua destra / Töten war ihr Job (Regie: Valerio Zurlini). Musik: Ivan Vandor als Ivan Vandu
1967Bersaglio mobile (Regie: Sergio Corbucci) Musik: Fiorenzo Carpi & Ivan Vandor

Omicidio per appuntamento / Agent 3S3 setzt alles auf eine Karte (Regie: Mino 

Guerrini)

Se sei vivo spara / Tötet Django / Django Kill (Regie: Giulio Questi)

1966Andremo in città / Wir fahren in die Stadt (Regie: Nelo Risi. Mit: Geraldine Chaplin)
1964

La fleur de l'âge, ou Les adolescentes (Regie: Gian Vittorio Baldi (Episode Fiametta), Michel Brault (Episode Geneviève), Jean Rouch (Episode Marie-France et Véronique),  Hiroshi Teshigara (Episode Ako)

Musik: Maurice Blackburn & Ivan Vandor

1964Amori pericolosi (segment "Il passo")
1964Nudi per vivere (Dokumentarfilm. Mit: Chet Baker) ”The three directors (Elio Petri, Giuliano Montaldo and Giulio Questi) took a common pseudonym for that film : Elio Montesti. The negative of this film was burned by Italian censors ”)
1962 I giorni contati (Regie: Elio Petri)
1951Il blues della domenica sera (kurzer Dokumentarfilm über eine römische New Orleans Jazz Band, feat. Ivan Vandor, Tenor- & Sopransax. Regie: Valerio Zurlini)

 

 

Diskografie Filmmusik (Auswahl)

 

2011Andremo In Cittá
1977Una spirale di nebbia (single)
1968Seduto alla sua destra (single)
1967Omicidio per appuntamento (single)
1964Nudi per vivere (Vinyl)

 

 

Publikationen

 

1981Ivan Vandor (Hg.): The World of Music. Le monde de la musique. Die Welt der Musik. Intercultural Music Studies 3/1981
1978Die Musik des tibetischen Buddhismus, Edition Heinrichshofen, Wilhelmshaven

The Arab World of Music. Intercultural Music Studies (zusammen mit Salah el Mahdi, Lois Ibsen al Faruqi und Philip D. Schuyler

 

 

www.esz.it

www.schott-musik.de