II.BERLINER MUSIK-FILM-MARATHON 10.-24. April 2012
       

Foto: Rob Gnant

 

Rob Gnant:

Die Zeit im Auge

 

Foto: Rob Gnant

 

Rob Gnant  Fotograf, Kamermann, Regisseur

 

Er zählt zu den bedeutendsten Schweizer Reportage-Fotografen der Nachkriegszeit (in Fachkreisen nennt man ihn den “Van Gogh der Fotografie" ) und ist ein hoch renommierter Kameramann und Regisseur.

Lebt in Zürich.

 

Geb. 8. August 1932 in Zürich, aufgewachsen in Luzern. 1947-50 Fotografenlehre bei Hans Eichenberger, Luzern. 1950-51 Erste Praxiserfahrungen bei Jean Schneider und Paul Weber, Luzern. 1951 Stage als Kameramann bei Kern Film AG, Basel. 1952 Rekrutenschule als Artillerie-Fotograf, Frauenfeld. 1952 Reise nach Belgien in die Region Borinage. 4 Monate Helfer im Altersheim "Bonne Acceuil" bei Elouges. 3 Wochen Untertagearbeit in einem Kohlenbergwerk. Seine erste Reportage für die Kulturzeitschrift ´Du´ entstand in dieser Zeit als Arbeiter in einem Kohlebergwerk. In seinem Brotsack schmuggelte er seine Kamera zur Arbeit mit, 1.000 Meter

unter Tag.

1953 Heirat mit Ruth Niederberger, Hochzeitsreise per Autostopp nach Schweden und Norwegen. Arbeitslager des Service Civil International in Lappland. 1953-73 Freie Mitarbeit für die Illustrierte ´Die Woche´. Von 1956-65 enge Zusammenarbeit mit Gotthard Schuh, Redakteur der ´NZZ am Wochenende´.
 

Ab 1962 erste Zusammenarbeit mit Alexander J. Seiler (In wechselndem Gefälle/A fleur d´eau).

Bis 1976 folgten verschiedene weitere Dokumentarfilme gemeinsam mit Seiler. Insgesamt zeichnet Rob Gnant bei mehr als dreissig Filmen als Kameramann verantwortlich und arbeitete dabei mit zahlreichen Regisseuren des Neuen Schweizer Films zusammen, darunter Richard Dindo, Mathias Knauer, Walter Marti, Reni Mertens, Marlies Graf und Urs Graf). 1972 Tonbildschau über die ETH Zürich und Lausanne für die Schweizer Industriemesse in Peking. 1975 Gründung der "Radgenossenschaft der Landstrasse". Engagement für die Sache der Jenischen während drei Jahren. 1975-76 Fotoarbeiten für den Bildband "Made in Switzerland". 1976-77 Aufenthalt im Wohnwagen auf dem Jenischen-Platz in Bern. 1977 Multivision auf drei Leinwänden für die Radio-Schweiz AG (heute Skyguide) für das Verkehrshaus der Schweiz, Luzern. 1977-93 Hausfotograf

der Radio-Schweiz AG (heute Skyguide). 1977 "Herberge zur Heimat". Die erste Reportage für

das Tages-Anzeiger-Magazin (TAM) im Auftrag von Laure Wyss. Anschliessend weitere Arbeiten

für das TAM. Von 1985-1988 Dozent an der Kunstgewerbeschule, Zürich, und Leiter von Spezialkursen (u.a. "Inszenierte Menschendarstellung" und "Reportage-Fotografie"). 1986 Recherchen in Nicaragua und Guatemala zu einer Filmstudie "Die indigene Bevölkerung Mittelamerikas", Regie Mathias Knauer (das Projekt wurde nicht realisiert). 1986 Arbeiten für die Telecom (heute Swisscom), u.a. eine Serie mit inszenierter Menschendarstellung, erschienen im Weltformat. 1989 "Time and Space" (Auftraggeber Radio-Schweiz AG, heute Skyguide). Gedreht

mit drei 35 mm Filmkameras auf einer Plattform. Umgespielt auf Bildplatte und projiziert mittels dreier Videoprojektoren im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. Täglich 7 Aufführungen, über

eine Million Besucher. 1989 wird er mit dem Filmpreis der Stadt Zürich ausgezeichnet. 1990 Fotoarbeit für Tivolino (Spielsalons), interessante Farbversuche. 1991-98 Fotografische Tätigkeit für die Gewerkschaft Bau und Industrie. 1991 Recherche-Fotos zu einem geplanten Film über das Obergoms von Alexander J. Seiler. Vorgesehen war auch eine "DU"-Ausgabe (Chefredaktor Dieter Bachmann). Das Projekt wurde abgebrochen. Es entstanden ca. 2.000 Aufnahmen. 1992-2000 Fotoarbeiten (u.a. Geschäftsberichte) für die Saurer Gruppe, Mövenpick Unternehmungen und Phonak ("Wasser in der Schweiz"). 1997 Portraitserie für die Telekom (heute Swisscom). Daraus entstand eine Plakatserie (B 12). 2.000 Fotoarbeiten für das Schweizerische Public Relations Institut (SPRI). 2001 Fotoarbeiten für die Maag AG, Dielsdorf (Aufnahmen von Blumen und Gemüse). Seit 2002 Permanente Ausstellung im Schweizerischen Public Relations Institut (SPRI), Zürich, 64 Bilder im Format 30 x 40 cm. Seit 2002 elektronisches Erfassen der Bilder für das Projekt ´Fotoarchiv Rob Gnant´. Zur Zeit sind 3.800 Bilder gespeichert und abrufbar. Bei Abschluss der Arbeit werden es über 5.000 Aufnahmen aus der privaten Sammlung von Rob Gnant mit über 200.000 Negativen sein. 2003 Fotostiftung Schweiz, Winterthur. Ausstellung zur Eröffnung der neuen Räumlichkeiten (14.November 2003 - 8.Februar 2004), unter dem Titel: "Fokus 50er Jahre. Yvan Dalain, Rob Gnant und DIE WOCHE". 2004 Dieselbe Ausstellung wird in Biel im Fotoforum PasquArt gezeigt Das gleichnamige Buch wird als eines der schönsten Schweizer Bücher 2003 ausgezeichnet.

 

Dienstag 17. April 2012                                                                                               20.00 Uhr

 

Oskar Sala | großes Podium + Kurzfilme

MIXTUREN (CH 1966)

Regie: Alexander J. Seiler & Rob Gnant

Buch: Alexander J. Seiler

Kamera: Rob Gnant

Ton, Schnitt: Alexander J. Seiler

17 min.  


 

Filmografie

 

In den nachfolgend aufgeführten Filmproduktionen war Rob Gnant für die Kameraführung verantwortlich. Er war je nachdem auch in weiteren Funktionen (als Produzent oder als Regisseur) tätig.

 

2001      Bitterfeld, 1992 (Regie: Mathias Knauer)

1991      Contact Radar (Regie: Rob Gnant)

1990      Konrad Zuse (Regie: Mathias Knauer)

1990      Palaver, Palaver (Regie: Alexander J. Seiler)

1989      Time and Space (Regie: Rob Gnant)

1988      Gib mir ein Wort (Regie: Walter Marti, Reni Mertens)

1987      Alt-Tage (Regie: Marlies Graf)

1986      Etwas Anderes (Regie: Urs Graf)

1985      Flamenco (Regie: Walter Marti, Reni Mertens)

1985      El Pueblo nunca muere (Regie: Mathias Knauer)

1984      Fast eine Weihnachtsgeschichte (Regie: Werner Zeindler)

1983-87 Une certaine Josette Bauer (Regie: Uli Meier, Elisabeth Gujer)

1983      Die verborgenen Tänze (Regie: Peter Schweiger)

1981      Die unterbrochene Spur (Regie: Mathias Knauer)

1981      Wege und Mauern (Regie: Urs Graf)

1979      Ich habe lange nicht mehr die Sterne gesehen (Regie: Rolf Reemtsen)

1978      Kollegen (Regie: Urs Graf)

1978      Stilleben (Regie: Elisabeth Gujer, Uli Meier)

1976      Die Erschiessung des Landesverräters Ernst S. (Regie: Richard Dindo)

1975      Ich stelle mir eine Ehe gar nicht leicht vor (Regie: Regine Bebié)

1974      Tag der Affen (Regie: Uli Meier, Elisabeth Gujer)

1974      Schweizer im Spanischen Bürgerkrieg (Regie: Richard Dindo)

1973      Residencia para jovenes Obreras (Regie: Regine Bebié)

1971      Märchen (Regie: Regine Bebié)

1971      Unser Lehrer (Regie: Alexander J. Seiler, Peter Bichsel)

1968      Fifteen (Regie: Alexander J. Seiler, Rob Gnant, June Kovach)

1968      Eugen heisst Wohlgeboren (Regie: Rolf Lyssy)

1967      Musikwettbewerb (Regie: Alexander J. Seiler, June Kovach, Rob Gnant)

1967      Via Zürich (Regie: Alexander J. Seiler, Rob Gnant, June Kovach)

1966      MIXTUREN (Regie: Alexander J. Seiler)

1966      Im Lauf des Jahres (Regie: Alexander J. Seiler, June Kovach, Rob Gnant)

1964      Siamo Italiani (Regie: Alexander J. Seiler, Rob Gnant, June Kovach)

1962      In wechselndem Gefälle (A Fleur d'Eau) (Regie: Alexander J. Seiler, Rob Gnant)

              (Palme d´Or du court-métrage in Cannes 1963)

 

 

Veröffentlichungen (u.a.)

 

Rob Gnant, Iso Camartin, Thomas Köppel: Bahnalltag: Reportagen aus vergangener Zeit      

ISNB 978-3-909111-44-2

Alexander J. Seiler, Fred Zaugg, Gunnar Gilgen. Rob Gnant: Die Zeit im Auge

ISBN 978-3-7272-1108-9

Fokus 50er Jahre: Yvan Dalain, Rob Gnant und ´Die Woche´. Hg. Fotostiftung Schweiz. Zürich 2003

ISBN 3-85791-441-6

 

www.robgnant.ch