II.BERLINER MUSIK-FILM-MARATHON 10.-24. April 2012
       

SONNY ROLLINS: BEYOND THE NOTES (Regie: Dick Fontaine)

     

 

 

Sonny Rollins  Tenorsaxophonist und Komponist

 

Ein Künstler, dessen Arbeit einem die Sinne schärft für das Unwiederholbare, für das

Quecksilbrige der Momente. Mit Maximalismus, unter Anwendung entgegengesetzter Mittel, erreicht er damit letztlich so etwas Ähnliches wie John Cage mit seinem leeren Stück 4´33“,

das die Zeit selbst erklingen lässt.

Lars Brandt, in: Der Tagesspiegel, Berlin, 20.11.2011


Geb. 7. September 1930 in New York City.

Spielte zunächst Altsaxophon und wechselte dann unter dem Eindruck der Bepop Revolution zum Tenorsaxophon. Thelonious Monk wurde sein Mentor. In den späten 40er und frühen

50er Jahren spielte er mit Monk, Art Blakey, J.J. Johnson, Bud Powell und Miles Davis.

Erste Platteneinspielung 1948/49 mit Babs Gonzales; es folgten weitere mit Bud Powell,

J.J. Johnson und Fats Navarro. Von 1951- 1954 spielte er in mehreren Gruppen von Miles Davis. Sein Debütalbum ´Moving Out´ erschien 1954. Es folgten u.a. ´Saxophone Colossus´ (1956), ´Freedom Suite´ (1957). Ab 1957 formierte und führte er seine eigenen Gruppen.
1962 erscheint´The Bridge´, feat. Jim Hall (g), Ben Riley (dr) und Bob Cranshaw (b).

Seine Marathon-Soli, in denen er oft über populären Themen improvisierte, wurden bei

seinen Live-Auftritten zum Markenzeichen. Er war im übrigen der erste Saxophonist, der

ab Mitte der 60er Jahre auch als Solist konzertierte.

1968 Reise nach Indien und Aufenthalt in einem Ashram. Anfang der 70er kehrte er in die USA zurück und nahm ab 1972 wieder regelmäßig Platten auf. In den letzten Jahren ist er vorwiegend mit einem Sextet mit zumeist jüngeren Musikern unterwegs.

 

Sonny Rollins ist der letzte Überlebende aus dem Tenorsaxophon-Pantheon der 50er und 60er Jahre, zu dem neben ihm Musiker wie Coleman Hawkins, Lester Young, Ben Webster oder John Coltrane gehören.

Umfangreiche Diskografie, seit 2006 veröffentlicht er auch auf seinem eigenen Label Doxy Records. Im Herbst 2011 erschienen: Road Shows, Vol. 2, mit Aufnahmen des im September 2010 veranstalteten Geburtstagskonzertes mit Ornette Coleman u.a. im New Yorker Beacon Theatre und Aufnahmen seiner 2010 Konzerttour in Japan (Sapporo und Tokyo).


Musik hat die Verpflichtung zu zeigen, wie eine ideale Gesellschaft aussehen könnte.

Sonny Rollins

 

Sonny Rollins @ 80

 

Geburtstagskonzert am 10. September 2010 im New Yorker Beacon Theatre mit Jim Hall (Gitarre), Roy Hargrove (Trompete), Christian McBride (Bass), Roy Haynes (Schlagzeug) und Ornette Coleman (Alt-, Tenorsaxophon, Geige) - eine historische Begegnung.

 

This was magic – the first two people I made jazz films with over 40 years ago, together for the first time on stage, and here I was filming it. A spectacular déja vu experience!

Regisseur Dick Fontaine

 

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

 

2011 Medal of Arts
2010 Ernennung zum Member of the American Academy of Arts and Sciences
  Edward MacDowell Medal
2009 Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
2007 Polar Music Prize
2004

Grammy Award

Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 wurde Rollins aus seiner Wohnung in Downtown Manhattan evakuiert; unter dem Eindruck dieser Erlebnisse nahm er das Album ´Without a Song: The 9/11 Concert´ auf.

  Lifetime Achievement Award der NARAS (National Academy of Recording Arts and Sciences) 
2000 Grammy Award für ´This Is What I Do´
1993 Bird Award des North Sea Festivals
1973 Gewählt in die Hall of Fame (Down Beat)
1957 Down Beat Critics Poll

 

Filmscores und Filmportraits (Auswahl)

 

2011 SONNY ROLLINS: BEYOND THE NOTES (Regie: Dick Fontaine)
1998 Saxophone Colossus (Regie: Robert Mugge) Dokumentarfilm
1996

Familia (Regie: Fernando León de Aranoa)

Musik: Brian Fahey, Stéphane Grappelli, Sonny Rollins (´Pent-up House´)

1968
Who Is Sonny Rollins? (Regie: Dick Fontaine) Dokumentarfilm 
1966 Alfie (Regie: Lewis Gilbert), Spielfilm mit Michael Caine und Shelley Winters Originalmusik: Sonny Rollins

deutscher Verleihtitel: ´Der Verführer läßt schön grüßen´

Für den Soundtrack erhielt Rollins eine Grammy-Nominierung

 

Literatur

 

Christian Broecking: Sonny Rollins - Improvisation und Protest. Creative People Books, Broecking Verlag Berlin 2010

Richard Palmer: Sonny Rollins. The Cutting Edge. Continuum Books, New York 2004

Peter Nilas Wilson: Sonny Rollins- the definite musical guide, Berkeley Hills Books 2001

Peter Niklas Wilson: Sonny Rollins. Sein Leben. Seine Musik. Seine Schallplatten,

Oreos Verlag, Schaftlach 1991

Eric Nielson: Open Sky – Sonny Rollins and his World of Improvisation, St. Martin´s Press