II.BERLINER MUSIK-FILM-MARATHON 10.-24. April 2012
       

 

Tristram Cary Komponist, Erfinder

 

Geb. 14. Mai 1925 in Oxford; gest. 24. April 2008 in Adelaide (Australien). Sohn des Schriftstellers Joyce Cary. Diente während des 2. Weltkrieges als Radartechniker in der Royal Navy. Hier lernte er deutsche Tonbandmaschinen und Tontechnik kennen. Nach dem Krieg studierte er Philosophie, Politik und Wirtschaftswissenschaften in Oxford, graduierte mit einem seinen BA He returned to Oxford, swapped courses to philosophy, politics and economics, and graduated with a BA, und kehrte dann nach London zurück, wo er am Trinity College of Music Komposition, Piano, Viola und Horn studierte. Er richtete sich ein Elektronikstudio ein und konstruierte aus Abfallelektronik aus Militärbeständen seine eigenen Klangerzeuger. Ab 1954 konnte er mit seiner Familie von den Einkünften aus seinen Kompositionen leben. 1955 bekam er von den Ealing Studios den Auftrag, die Musik zu "Ladykillers" zu schreiben. Dessen Regisseur Alexander Mackendrick kannte Cary aus dem Pub um die Ecke.
Er komponierte zahlreiche Werke für Radio, Theater, Film und Fernsehen.Seine Musik für die BBC- Fernsehserie "Doctor Who" und seine Soundtracks für einige Horrorfilm- Produktionen der Hammer Studios machten ihn einem breiten Publikum bekannt. Sein Radio-Musical "The Ballad Of Peckham Rye" (1962) wurde mit dem Prix Italia ausgezeichnet; weitere Aufträge folgten.
1967 schuf er für den britischen Pavillon auf der Expo ´67 in in Montréal eine Klanginstallation mit Musik für 16 Filmloops. Im selben Jahr gründete er das Royal College Of Music Electronic Studio, das er in der Folge als Professor für elektronische Musik leitete. Zusammen mit Peter Zinovieff und David Cockerell gründete er dann 1969 die legendären Electronic Music Studios (EMS) in London, wo er eigene Techniken für Elektronik und Tonbandmaschinen entwickelte. Cary, einer der ersten britischen Komponisten der Musique concrète, entwickelte seine Klangvorstellungen aber auch weiterhin in seinem eigenen Studio und brachte auf einem in Norfolk ansässigen Label zwei außergewöhnliche Einspielungen heraus. Er bereiste Australien, um seine Arbeit vorzustellen, und bekam von der University of Adelaide ein Lehrangebot. 1974 ließ er sich dort nieder. 1986 nahm er seinen Abschied von der Universität und machte sich mit ´Tristram Cary Creative Music Services´ selbständig und schrieb mehrere Auftragskompositionen. Von 1988-1990 verfaßte Cary ein Standardwerk über Musiktechnologie, das 1992 in London als ´Illustrated Compendium of Musical Technology´im Verlag Faber & Faber erschien. 1991 wurde er mit dem australischen Verdienstkreuz OAM für seinen Beitrag zur Erneuerung der australischen Musik ausgezeichnet und 1995/1996 mit Aufführungen in London und Adelaide anlässlich seines 70. Geburtstags geehrt. Die von ihm neu geschriebene Suite, basierend auf seiner Musik für den Ealing-Film ´The Ladykillers´ von 1955, gewann 1998 den Gramophone Award als beste Filmmusik-CD des Jahres. Er produzierte anschließend ´Soundings´ eine Sammlung seiner elektronischen und elektro-akustischen Werke, die als Doppel-CD erschien. Zu seinem Bedauern vermochte er indes mit keinem seiner Werke einen ´Hit´ zu landen. 1999 erhielt er den SA Great Music Award und vom australischen Symphonieorchester den Auftrag, ein neues Werk zu komponieren - ´Scenes from a Life´, das im Jahr 2000 zu seinem 75. Geburtstags uraufgeführt wurde. 2005 wurde er mit dem Adelaide Kritikerpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Bis zuletzt arbeitete er an der Entwicklung von Sounds, war in beratender Funktion tätig, rezensierte Konzerte und Opernaufführungen für eine australische Tageszeitung, hielt Vorträge und moderierte Radiosendungen.

 

Filme (Auswahl)

 

1976 The Fourth Wish (Regie: Don Chaffey)
1971 Blood From the Mummy´s Tomb (Regie: Seth Holt, nach einer Vorlage von Bram Stoker) The Electron´s Tail (Regie: Bob Godfrey, Peter Green)
1967 Quatermass and the Pit (Regie Roy Ward Baker):
1965 The Dermis Probe Regie: Richard Williams, Buch. Idries Shah)
1964 Madame Bovary (TV-Serie), 4 Folgen
1963 Sammy Going South (Regie: Alexander Mackendrick)
Jane Eyre (Regie: Rex Tucker), TV-Serie, 6 Folgen
Silent Playground (Regie: Stanley Goulder)
1960 The Boy Who Stole a Million (Regie: Charles Crichton)
1957 Town on Trial (Regie: John Guillermin)
Time Without Pity (Regie: Joseph Losey)
1955 The Ladykillers (Regie: Alexander Mackendrick)
2006 WHAT THE FUTURE SOUNDED LIKE (Australien)
Dokumentarfilm von Matthew Bate über die Electronic Music Studios, gegründet 1969 von Peter Zinovieff, David Cockerell und Tristram Cary

 

 

 


Montag 16. April 2012                                                                                             18.00 Uhr

 

WHAT THE FUTURE SOUNDED LIKE (Australien 2006)

Buch, Regie: Matthew Bate
Mit:
Peter Zinovieff, Tristram Cary
, David Cockerell

27 min. Digibeta, OF, deutsche Erstaufführung

Einführung & Diskussion: Wolfgang Seidel